Historische
Städte: Basel – Kunst und Kultur in
der Schweiz
Dort wo der Rhein zum Strom wird, im Dreiländereck
Deutschland-Frankreich-Schweiz, liegt eine Stadt voller
Überraschungen. Die Hauptstadt des Halbkantons Basel-Stadt mit
rund 190.000 Einwohnern und einer 2000-jährigen Geschichte
liegt am Rheinknie, an den Grenzen zu Frankreich und Deutschland. Die
Stadt bietet ein einmaliges Angebot an Kunst und Kultur und besitzt
eine der am besten erhaltenen und schönsten Altstädte
Europas.
Zum Greifen nah sind auch die Region des Jura, die Vogesen und der
schöne Schwarzwald. Der Kanton Baselland ist reich an
landschaftlichen Schönheiten und kulturellen
Höhepunkten. Genießen Sie klassische Konzerte,
folgen Sie den Spuren der Römer, machen Sie eine Schifffahrt
auf dem Rhein oder eine Einkaufstour in einem der historischen
Städtchen!
Sehenswert ist auch die Basler Universität, in der Sie auf den
Spuren des Humanisten Erasmus von Rotterdam wandeln können.
Für naturwissenschaftlich Interessierte bietet sich
außerdem das Anatomiemuseum an. Und auch die Kunstliebhaber
kommen auf ihre Kosten – zum Beispiel im Kunstmuseum Basel,
in der Fondation Beyeler oder im Museum Tinguely. Über den
Flughafen Basel-Mulhouse oder die A5 ist diese schöne Stadt
leicht zu erreichen. Probieren Sie es und Sie werden sehen, dass es im
Basler Land viel zu entdecken gibt!
Geschichte
Basel (französisch Bâle), Stadt im Norden der
Schweiz, an der Grenze zu Deutschland und Frankreich (so genanntes
„Dreiländereck”), Hauptstadt des
Halbkantons Basel-Stadt, am Rhein gelegen. Basel liegt am
südlichen Ende der Oberrheinischen Tiefebene in der
deutschsprachigen Schweiz. Der Rhein ist ab hier auch für
größere Schiffe befahrbar. Der Flughafen
Basel-Mulhouse liegt aus Platzgründen auf
französischem Gebiet.
Basel ist eine der größten Industriestädte
der Schweiz: Chemisch-pharmazeutische Industrie hat sich hier im
großen Maßstab angesiedelt, gefolgt von
Textilindustrie, Maschinenbau und Verlagswesen.
In der Stadt finden zahlreiche Messen und Ausstellungen statt, darunter
auch die Schweizerische Mustermesse. Basel ist Sitz der Bank
für Internationalen Zahlungsausgleich, des European World
Trade and Congress Center sowie des Schweizerischen
Seeschifffahrtsamtes. Papst Pius II. gründete 1460 in Basel
die erste Schweizer Universität, an der u. a. der
niederländische Humanist Erasmus lehrte. Die Stadt beherbergt
eine Reihe wissenschaftlicher Institute und Museen. Das im April 1998
eröffnete Puppenmuseum ist das größte
seiner Art in Europa.
Der Rhein teilt die Stadt in Kleinbasel rechts des Flusses und
Großbasel am gegenüberliegenden Ufer. Das
Münster in Großbasel wurde 1019 von Kaiser Heinrich
II. gestiftet (Baubeginn 1185). Türme, Mittelschiff und Chor
stürzten 1356 bei einem Erdbeben ein und wurden im gotischen
Stil erneuert. Ursprünglich als Bischofskirche gebaut, wurde
es 1528 Klosterkirche, nachdem der Bischof die Stadt nach der
Reformation verlassen musste. Das historische Museum der Stadt ist
teilweise in der ehemaligen Barfüßerkirche (14.
Jahrhundert) untergebracht. Die Sankt-Albans-Kirche mit reich
verziertem gotischem Langchor ist die Kirche des Kluniazenserordens.
Beachtenswerte Kirchenbauten in Kleinbasel sind die Theodorskirche und
Sankt Clara (beide 14. Jahrhundert). Das Rathaus stammt im Wesentlichen
aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Die Fassaden des Innenhofes
schmücken Malereien (17. Jahrhundert), der Ratssaal ist mit
einer geschnitzten Decke ausgestattet. Aus dem Mittelalter sind
zahlreiche Wohngebäude erhalten, sie gruppieren sich vor allem
um das Münster. Sehenswerte Patrizierhäuser stammen
aus der Zeit der Spätrenaissance und des Barock. Das Spalentor
aus dem 14. Jahrhundert gilt als schönstes Stadttor des
Landes.
Die Stadt wurde erstmals 374 n. Chr. als römischer Grenzposten
Basilia erwähnt. Ab Ende des 5. Jahrhunderts gehörte
sie zum Fränkischen Reich und wurde im 7. Jahrhundert
Bischofssitz, 912 fiel sie an Burgund, 917/18 wurde sie durch Ungarn
zerstört. Anfang des 11. Jahrhunderts wurde Basel Reichsstadt.
Mit der Eröffnung der ersten Rheinbrücke im 13.
Jahrhundert dehnte sich die Stadt rasch aus. Das Basler Konzil tagte
von 1431 bis 1439 in der Stadt. Es war die letzte mittelalterliche
Kirchenversammlung zur Reform der Kirche und zur Wiederherstellung der
kirchlichen Einheit. Basel erlebte seine große Blüte
als Reichsstadt im 15. und 16. Jahrhundert unter der Herrschaft der
Zünfte. 1501 trat die Stadt dem Bund der Eidgenossen bei und
wurde gleichzeitig Zentrum der schweizerischen Reformationsbewegung.
1798 wurde das Umland (Basel-Landschaft) der Stadt rechtlich
gleichgestellt. Der im Zeichen der Restauration unternommene Versuch,
das Umland wieder unter die Oberherrschaft der Stadt zu bringen,
mündete 1830 in einen blutigen Aufstand. 1833 wurde die
Teilung in zwei Halbkantone beschlossen. 1875 gab sich die Stadt Basel
eine demokratische Verfassung. Ab dem 19. Jahrhundert setzte eine
neuerliche kulturelle Blüte ein, die mit Beginn des 20.
Jahrhunderts durch eine umfangreiche Industrialisierung
ergänzt wurde.